Foto

"Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte" (Frederick R. Barnard)

Das Malz der Substanz

Wer im Haus der Fotografie auf der Burg zu Burghausen vor den Werken von Bernd Dombrowsky steht, begreift, was Fotografie leisten kann. Ich hatte damals für den Burghauser Anzeiger über seine Ausstellung „Faces & Traces“ geschrieben. Seine Haltung hat mich geprägt: Keine Technik-Verliebtheit, sondern das pure Bild – „Out of Camera“. Diesem Geist fühle ich mich verpflichtet. Das Foto ist das Malz meiner Arbeit: Es gibt der Geschichte den Körper und die Substanz.

Der eine Moment – Dafür nehmen wir uns Zeit Wir haben keine Zeit für Technik-Kram, für Megapixel-Schlachten oder schöne Worte. Aber für diesen einen Moment sollten wir uns viel mehr Zeit nehmen. Es ist wie bei Momo: Die Zeit steht still. In diesem Augenblick zählt nur das, was man sieht und fühlt. Das ist der Kern meines Reinheitsgebots der Realität: Das Bild entsteht in der Kamera, nicht am Computer. Keine digitalen Lügen, kein Photoshop. Wenn ich die „Traces“ suche – die Spuren des Lebens in einem Gesicht oder den Schweiß eines Musikers –, muss das Handwerk beim Auslösen sitzen. Diesen einen Moment festzuhalten, das sind die Sachen, die im Herzen bleiben.

Der Fokus nach der Zäsur Diese Inspiration war da, aber mein schwerer Unfall vor drei Jahren hat den Blick radikal geschärft. Er hat Spielereien und Eitelkeiten weggebrannt. Mehr als je zuvor möchte ich ab jetzt nur noch Bilder einfangen, die eine Seele haben und keine Nachbearbeitung brauchen. Keine inszenierte Belanglosigkeit. Wenn ich den Auslöser drücke, suche ich die Substanz. Das, was übrig bleibt, wenn man den Schein weglässt. Der Unfall hat gezeigt: Wir müssen uns auf das Wesentliche konzentrieren.

Handwerk ohne Kompromisse Ich komponiere ein Foto wie früher ein gutes Bier: mit Präzision und Wissen um die Rohstoffe. Ein Bild von Raphael Weiß ist eine ehrliche Bestandsaufnahme. Keine gefälligen Bildchen, sondern Ergebnisse: handwerklich sauber, charakterstark, echt. „Out of Camera“ und ohne Ausflüchte. Für den technischen Schnickschnack haben wir keine Zeit – für das echte Leben und den Moment, in dem die Welt stillsteht, dagegen schon.

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